Andreas Karl Schulze

 

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"Noch in seinem letzten Interview, 1994, wurde Andreas Karl Schulze von Donald Judd genannt, als man ihn nach interessanten jungen Kollegen befragte.
Donald Judd hatte bei seinem deutschen Assistenten in Ansätzen eine Lösung für ein Jahrhundertproblem abstrakter Kunst live miterlebt, das auch ihn beschäftigt hatte. Wie nämlich die Farbe vom klassischen Bildträger befreit und nicht illusionistisch verräumlicht werden kann.
Seitdem hält Andreas Karl Schulze unbeirrt an seiner Entdeckung fest und tritt mit 5 x 5 cm großen farbigen Stoffquadraten in einen Dialog mit seiner Umgebung, wirft einen genauen Blick auf die Dinge und die Bedingungen ihres Umfelds. Der wesentliche Abstraktionsschritt besteht in einer Verkürzung der monochromen Fläche und ihrer in unterschiedlicher Zahl vorgenommenen Anordnung entweder als ornamentale Großform oder als Arbeit aus einigen wenigen Teilen direkt auf der Wand, die auch als abstrakter Kommentar von und an architektonisch schwierigen Orten gelesen werden können.
Das ist völlig unsentimental und soll ein neues Sehen des Gewöhnlichen ermöglichen, so wie es die Architekten Alison und Peter Smithson in der Indepentend Group formuliert haben.
Dabei bleibt dieser prozessuale, mit kleinen farbigen Stoffteilen vorgenommene künstlerische Akt seiner Herkunft aus der Malerei verpflichtet. Und so ist es die Besonderheit des Modularen, das eine abstrakte Leerstelle neben und zwischen seiner Setzung bezeichnet."

Katalog abstrakt abstract
herausgegeben/edited von/by Andrea Madesta
MMKK Museum Moderner Kunst Kärnten
Snoek Verlag 2008